Zurück aus der Winterpause

Urlaub mit Hamburger Meistern und hässlichen Deutschen

Schööön

So schön es im Januar unter südlicher Sonne auch sein mag: Immer gut, wenn die Winterpause zu Ende geht. Die haben wir nicht in Belek oder am Arabischen Golf verbracht wie die feinen Herren Bundesliga-Profis, sondern in einer scheinbar längst vergangenen Epoche.

Werner Lorant in der Abwehr, Stehplätze für 10 Mark und Marsmännchen im Sonderheft. So präsentierte sich die Bundesliga im "BP Bundesliga Service 82/83"

Werner Lorant in der Abwehr, Stehplätze für 10 Mark und Marsmännchen im Sonderheft: Eintracht Frankfurt im “BP Bundesliga Service 82/83″.

Beim Durchstöbern alter Lektüre fiel mir der “Bundesliga Service 1982/83″ in die Hände, herausgegeben von BP. Ein toller Fund. Erstens schien der Öl-Konzern schon damals das Geld eher in Entschädigungsfonds anlegen zu müssen als es für Bildrechte auszugeben. Zu den einzelnen Vereinen gabs weder Logo noch Mannschaftsbild sondern vollkommen zusammenhangslose wie abwegige Comics.

So garnieren den Steckbrief zu Eintracht Frankfurt zwei Marsmännchen, die sich vor einem Fußball fürchten, den Beitrag zum 1. FC Nürnberg schmückt ein Pferd, das nebst Pferdeäpfeln einen Fußball ans Tageslicht befördert hat und entsprechend erleichtert dreinblickt. Wer mir das alles erklären kann, nur zu!

Dazu 30 Jahre alte Kader nach bekannten Namen zu durchstöbern, ist ohnehin eine feine Sache. Aber am meisten Freude bereitete das Vorwort von NDR-Sportjournalisten-Ikone (sagt Wikipedia) Karl-Heinz Cammann. Der orakelte zum Start der 20. Bundesliga-Saison über die weitere Entwicklung des deutschen Fußballs.

“Nur noch Meister aus Millionenstädten”

Die Nationalmannschaft war gerade Vize-Weltmeister geworden, der FC Bayern München und der HSV jeweils Vize im Europapokal und Norbert Nachtweih mit 1,7 Millionen Euro der teuerste Transfer des Sommers. Die zurückliegenden Meisterschaften hatten jeweils der FC Bayern München (6), Borussia Mönchengladbach (5) der HSV (2) und der 1. FC Köln (1) unter sich ausgemacht. Für Cammann Grund genug besorgt zu sein, dass künftig – also nach 1982  - nur noch “die reichen Vereine mit Stadien in Millionenstädten” um den Titel spielten.

Zumindest teilweise können wir den Autoren da posthum beruhigen. Meister wurden Köln und Gladbach nicht mehr, der HSV noch immerhin einmal und zwar genau in dieser Saison, von “reich” kann bei den Clubs aber heute nicht die Rede sein. Um so öfter und um so reicher wurden dafür die Bayern. Und, um Cammans Weitblick zu bestätigen, ganz ohne Geld hat bis heute kein Club die Liga gewonnen.

“Was ist mit Falkenmayer?”

Auch die Sorge um einen fehlenden Spielmacher in der Nationalelf trieb Cammann um und zu der Frage: “Was ist mit Falkenmayer?”. Zwar kam “Falke” in den Genuss von genau vier Länderspielen und eines amtlichen Heldenstatus in Frankfurt, ihn rückblickend als kurzzeitigen Hoffnungsträger des deutschen Fußballs zu sehen, ist dann aber doch etwas putzig.

Wie üblich plagten den Autoren auch die Sorge um das Bild seiner Landsleute im Ausland. “Der Eindruck vom hässlichen Deutschen auf dem Fußballplatz” müsse durch ein besseres Auftreten der Akteure “getilgt” werden. Zumindest da können wir einen Haken hinter setzen, das hat geklappt. Auch wenn das nochmals über 20 Jahre gedauert hat.

Genug der Plauderei über Urlaubserlebnisse. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir und wieder verstärkt dem aktuellen Geschehen widmen und zu den Spieltagen Tipps und Vorschauen liefern, damit 2013 für euch ein erfolgreiches Sportwetten-Jahr wird. Auf eine erfolgreiche Rückrunde!

Titelbild: imago

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