EM 2012: Zerschellt am eigenen Torwart

Kurzfristig verletzt: Die EM findet ohne diese Elf statt

Cahill bricht sich den Kiefer

Die Missgeschicke englischer Torhüter sind legendär und ausreichend gewürdigt. Joe Hart allerdings hat die unendliche Geschichte um ein neues Kapitel bereichert. Zu seiner Ehrenrettung sei jedoch direkt gesagt: Anders als seine tollpatschigen Vorgänger trifft ihn keine Schuld. Der Schlussmann von Manchester City tat nur seinen Job, zerbröselte dabei aber den Kiefer von Teamkollege Gary Cahill und gleichzeitig dessen Hoffnungen auf sein erstes großes Turnier.

Belgiens Dries Mertens schubst Cahill gegen Keeper Hart, der Kiefer geht zu Bruch.

Nicht sein erstes, dafür aber sein letztes großes Turnier hätte die EM für Kroatiens Ivica Olic werden sollen. Ihm stand nicht sein Torwart sondern Bayern- und DFB-Doc Müller-Wohlfahrt im Weg, der Olic wegen seines ramponierten Oberschenkels heimschickte. Während sich Cahill mit einem gewonnenen Champions-League-Titel und noch ein paar fetten Jahren beim FC Chelsea über seinen Ausfall hinweg trösten kann, muss Olic seine Enttäuschung mit einem Umzug nach Wolfsburg und einem Karriere-Herbst unter Felix Magath kompensieren.

Beide – Cahill und Olic – sind die jüngsten einer ganzen Reihe prominenter Ausfälle, die ganz spontan ihre Sommerplanung ändern müssen. Eine schlagkräftige Elf hat sich da zusammen gefunden: Im Tor mit Dänemarks etatmäßiger Nummer 1, Thomas Sörensen, der sich im Testspiel gegen Brasilien (1:3) vergangene Woche am Rücken verletzte. Mit Russlands Igor Akinfeev gäbe es vielleicht sogar einen Ersatzmann, doch noch hat der Moskauer Goalie die EM aber nicht ganz abgeschrieben.

Eine bemerkenswerte Abwehr bilden erwähnter Cahill, Italiens Andrea Barzagli (Wadenverletzung, fehlt mindestens für die Vorrunde), dessen Teamkollege Domenico Criscito (vermutete Gesetzes-Überdehnung) und die bereits seit letztem Monat flach liegenden Carles Puyol (Spanien, Knie-OP) und Bacary Sagna (Frankreich, Beinbruch). Durch das Mittelfeld humpeln die Engländer Frank Lampard (Oberschenkel) und Gareth Barry (Leiste), die letzte Woche die Flügel gestreckt haben. Etwas offensiver leiden Frankreichs Top-Talente Loic Remy (Quadrizepsmuskel, verletzt im Mai) und Yann M’Vila (Knöchel, hat noch Hoffnung) und eben „Ivi“ Olic. Durch den späten Zeitpunkt seiner Verletzung hat es der Routinier geschafft, den eigentlich gesetzten spanischen Stürmer-Star David Villa aus der Elf zu drängen, der sich sein Schienbein frühzeitig im Dezember brach.

Sorgen, die Deutschlands Jogi Löw einst kannte, diesmal rechtzeitig abwenden konnte. Denn sowohl Schweinsteiger, Klose als auch Mertesacker scheinen rechtzeitig fit sein. Anders als vor zwei Jahren, als es Ballack wenige Tage vor WM-Beginn erwischte. Einen ARD-Brennpunkt zur besten Sendezeit wie damals würde es heute wohl für keinen Ausfall mehr geben. Auch daran merkt man, wie sehr sich für den deutschen Fußball die Zeiten zum Guten gewendet haben.

Bild: imago

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