Was kostet die Welt, Ibrahimovic?

Warten auf das Financial Fairplay

Ibra bei seiner Vorstellung in Paris.

Das Financial Fairplay – die Beruhigungspille wertkonservativer Fußballfans. Das süße Versprechen, dass alles gut wird. Das Utopia von der gerechten Fußballgesellschaft, wo Investoren und neunstellige Schuldenberge ausgestoßen und rechtschaffene Traditionsclubs auf den Thron gehievt werden. Wo ist es?

Paris´ größte Sehenswürdigkeit. Im Hintergrund der Eiffel-Turm.

Seit Jahren klammern wir uns daran, kommentieren jeden weiteren 50-Millionen-Transfer mit einem  verblendeten „Jaja, noch geht das. Aber bald, wenn das Financial Fairplay kommt…“. Nun kommt es tatsächlich bald. 2015 endlich soll die Regelung greifen, die die Neuverschuldung, das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben sowie Personalkosten regeln und fremdkapitalgesteuerte Milliardärsspielzeuge in die Schranken weisen soll.  Aber es stand natürlich zu befürchten, dass Chelsea, City und Co vom Tag der Verabschiedung des FFP alle Hebel und vor allem Anwaltskanzleien in Bewegung setzen würden, drohende Champions-League-Ausschlüsse etc. geschickt zu umdribbeln.

Ganz offensichtlich haben sie Mittel und Wege gefunden. Denn Chelsea oder Paris St. Germain agieren weiterhin getreu dem Motto „Was kost´ die Welt?“. Siehe Roman Abramowitsch. Man hätte ja auf die Idee kommen können, der Chelsea-Oligarch hätte nach der endlich gewonnenen Champions League seine Ziele erreicht und allmählich genug Geld verpulvert. Doch man irrt gewaltig. Roman legt nach, und das nicht zu knapp.

Es scheint, als würde es den Russen schon jucken, was die Öffentlichkeit nach dem Triumph von München dachte: Dass sein Verein den Europapokal auf hässliche Weise errungen hätte, dass das falsche Team den Cup in den Händen hielt. Als Reaktion feiert Abramowitsch eine Shopping-Tour, bei dem fast ausschließlich fußballerische Feinkost im Warenkorb landet. Hazard, de Bruyne und Marin (!?) sind schon an der Stamford Bridge, Oscar, Hulk und Jovetic angeblich kurz davor. Und weil selbst Marko Marin auf einmal acht Millionen kosten kann, wenn Abramowitsch anklopft, schraubt sich die Summe für Konsorten wie Hulk in aberwitzige Höhen, die auch der Champions-League-Triumph wohl nicht so schnell ausgleicht.

Chelseas neuer kongenialer Partner in Sachen bizarrer Preisgestaltung, Paris St. Germain, geht richtig steil, ohne bislang auch nur einen Cent durch sportliche Erfolge eingenommen zu haben. Doch dank Präsident Nasser Al-Khelaifi, der mal Tennisprofi war, seine Milliarden aber abseits des Courts gemacht hat, darf sich auch Zlatan Ibrahimovic seinen “lang gehegten Traum” erfüllen und an die Seine wechseln. Weil es Ibra aber nicht reicht, sich einfach so Träume zu erfüllen, lässt er sich 14 Millionen Euro im Jahr dafür überweisen. „Das ist der Beginn einer großen Invasion“, deutelte der Schwede bei seiner Vorstellung. Das macht uns natürlich Angst und wir wenden uns hilfesuchend an das Financial Fairplay. In solchen Augenblicken erscheint das aber so weit entfernt wie Marin von einem gewonnenen Kopfballduell mit eben jenem Ibrahimovic. In dessen Selbstverständnis dürfte es währenddessen wunderbar hinein passen, dass er nach seinem Wechsel zu PSG der Profi ist, für den die meisten Transfergelder bewegt wurden. Laut Rechnung von Transfermarkt.de 173 Millionen Euro. Was kost´ die Welt, Ibra? Genau das will ein englischer Wissenschaftler errechnet haben: 3,5 Billiarden Euro soll unser Planet kosten.

Ein erstes Angebot aus Paris soll vorliegen.

UPDATE: Wer es ganz genau wissen möchte, wie es um die Finanzen der Pariser bestellt ist, sollte weiterlesen bei allesaussersport, die eine erstaunliche Analyse des PSG-Geschäftsmodells aufgegriffen haben.

 Bild: imago

 

 

 

 

 

 

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