Bitte keine Unendlichkeit, Hertha!

Nächste Runde im Relegations-Rechtsstreit

Anwalt Schickhardt

„An Tagen wie diesen“, sangen die Fortuna-Fans ihre Aufstiegshymne, beigesteuert von den Toten Hosen. „In dieser Nacht der Nächte“, heißt es da, „kein Ende in Sicht.“ Tatsächlich nimmt die Nacht des vermeintlichen Aufstieges kein Ende. Nicht jedoch in den Kneipen der Düsseldorfer Altstadt, sondern an den „Grünen Tischen“ der Sportgerichtssäle.

Weiter geht´s zur nächsten Instanz. Hertha-Anwalt Schickhardt will noch Asse im Ärmel haben.

Scheinbar inspiriert von Rolf Rüssmanns legendärer taktischer Marschroute „Wenn wir hier nicht gewinnen, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt“ zog Michael Preetz mit seiner Hertha nach der vergeigten Relegation gegen die Fortuna vor das DFB-Sportgericht. Den Rasen haben sich die Düsseldorfer bekanntermaßen selbst kaputt gemacht. Doch mit seiner im Rheinland und bei Facebook inzwischen zum Running-Gag ausgewachsenen „Todesangst“-Klage vermasselte Ex-Fortune Preetz aber immerhin den Fans die offizielle Aufstiegsfeier und der Mannschaft ihre Bildungsreise nach Mallorca. Beides wurde vertagt, weil eine erfolgreiche Berliner Klage im Bereich des Möglichen lag und immer noch liegt.

Verständlich der Berliner Versuch, über einen Glückstreffer von “Justitia” in der Liga zu bleiben. Doch die Anklage bewies ebenso wenig Durchschlagskraft wie der Berliner Sturm, und die Hertha krönte ihr wenig ruhmreiches Jahr mit einer weiteren Pleite vor Gericht. Aber damit nicht genug. Der Hauptstadt-Club zieht das nächste Register und marschiert vor das DFB-Bundesgericht. Auch als neutraler Beobachter denkt man sich inzwischen “Lass gut sein, Hertha!”.

Doch der sture Glaube von BSC-Anwalt Schickhardt, man habe “noch Asse im Ärmel“, lässt befürchten, dass das nicht die letzte Instanz war. An Tagen wie diesen wünscht man sich dann doch keine Unendlichkeit.

Bild: imago

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4 Kommentare zu “Bitte keine Unendlichkeit, Hertha!

  1. Absolut richtig, dass die öffentliche Meinung selten die vernünftige ist, was gerade die aktuellen Debatten über “Fan-Gewalt” belegen, siehe Kerner, Maischberger etc. Aber vertrauen wir mal in die Unabhängigkeit der DFB-Gerichte… Heute morgen dachte ich schon, Hertha würde einlenken, da geht Boss Gegenbauer doch noch in die Vollen: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/569407/artikel_gegenbauer_bundesgericht-kann-doch-thema-werden.html

  2. Naja, von der öffentlichen Meinung hab ich noch nie viel gehalten, vielleicht versuch ich auch deshalb hier ein wenig dagegenzuhalten ;)

    Allerdings hab ich auch schon in den Medien gelesen / gehört / gesehen, dass von der rechtlichen Seite durchaus auch was für die Hertha spricht.

    Natürlich sieht es nach “schlechtem Verlierer” aus (vor allem nachdem was sich die Herren um Kobiashwili geleistet haben…), von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Öffentlichkeit nicht grade auf BSC Seite ist.
    Aber rechtlich gesehen, liegen sie nicht so falsch und da sollte ein Sportgericht zwischen Sympathien und Recht unterscheiden können.

  3. An der Stelle nur versucht, die öffentliche Meinung wiederzugeben. Die bläst der Hertha nämlich mitunter ganz schön ins Gesicht, oder nicht? Auch außerhalb von Düsseldorf…

  4. @ Autor TOM
    Eine eigene Meinung zu haben bzw deine Sympathien für den komischen Club aus DD in deinen Blog mit einfließen zu lassen find ich gut. Aber dann positionier dich auch so und stell dich nicht als “neutralen Beobachter” hin. ;-)

    Gruß,
    plauzi

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