Start der K.o.-Phase bei der EM: Schluss mit dem Rumgemurmel!

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Das Gegähne und Gemecker war wohl noch nie bei einer Europameisterschaft so dermaßen verbreitet wie beim überwiegend öden Rumgemurmel in Frankreich dieser Tage. Torarme Partien, spielerisch überschaubares Niveau und spannungsgeladen war’s meist nur auf den Rängen.

Die von Michel Platini aufgeblähte EURO kommt den mittelgroßen bis kleinen Fußballländern zu Gute. Verbände wie Nordirland, Albanien und Ungarn sind erstmals oder nach jahrzehntelanger Durststrecke wieder dabei. ZDF-Moderator Oliver Welke sprach angesichts des unkonventionellen Turniermodus von einer „Montessori-Schule“: „Es werden alle mitgenommen, kein Kind bleibt zurück. Ich find’s gut. Auf einmal kriegt die UEFA ein menschliches Gesicht!“.

Naja, fast. 16 der 24 Teams rumpeln sich ins Achtelfinale. Heißt für Fans und Zuschauer: Wirklich geil wird’s erst ab der K.o.-Phase. Vom üblichen Favoritenkreis konnte kein Team vollends überzeugen. Während Weltmeister Deutschland gegen Polen und Nordirland Ladehemmungen hatten, mauserte sich Ausrichter Frankreich zu zwei späten Siegen und einem torlosen Remis gegen die Schweiz. Halbfinalist Portugal ließ ebenfalls allzu überragende Momente vermissen, die hoch gehandelte belgische Elf konnte sich nur gegen die deutlich schwächer taxierten Schweden und Iren durchsetzen. England spielte nicht schlecht, schloss die Gruppe B aber nur hinter Wales ab – eine königliche Ohrfeige der Nachbarn. Titelverteidiger Spanien holte sich gegen Kroatien im letzten Gruppenspiel die erste Pleite nach 14 EM-Spielen ohne Niederlage und Italien ließ im zugegebenermaßen für sie bedeutungslosen Gruppenspiel gegen Irland Federn.

Kurzum: Fesselnd war das alles nicht. Da ist selbst das Zugucken beim Schleudern einer handelsüblichen Waschmaschine spannender.

Daraus lassen sich folgende Erkenntnisse ziehen: Der Verteidigungsfußball, der in der Angst vor dem Ausscheiden und der Hoffnung auf einen für die Achtelfinalqualifikation ausreichenden dritten Platz allzu oft gespielt wird, scheint dem Angriff der vermeintlich überlegenen Mannschaften bisher gewachsen zu sein, was die Partien zäh und einseitig wirken lässt.

Nichtsdestotrotz gab es auch positive Aspekte dieser Vorrunde: Etwa die Waliser, die sowohl gegen die Slowakei und insbesondere gegen Russland stark aufspielten und denen inzwischen eine Griechenland-2004-Rolle zugetraut wird. Kämpferisch zeigten sich auch die Isländer, die gegen Portugal ein Unentschieden erreichten, gegen Ungarn nur durch ein spätes Eigentor den Sieg noch aus der Hand gaben und die vollkommen enttäuschenden Österreicher schlugen. Die Ungarn selbst sorgten direkt zum Auftakt beim Sieg gegen die in der Qualifikation noch so bärenstarken Österreicher für eine Überraschung und setzten sich völlig unerwartet auf Platz 1 der Gruppe F durch. Die von Bernd Storck trainierten Magyaren waren vor Turnierstart neben Albanien laut bet90-Langzeitwette der größte Außenseiter dieser EM.

Am Samstag gehen die Achtelfinals los – man muss sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, um zu behaupten, dass das Turnier dann erst so richtig startet. Herausragt die Partie zwischen Italien und Spanien (Montag, 18 Uhr), aber auch Spiele wie Schweiz gegen Polen (Samstag, 15 Uhr) und Kroatien gegen Portugal (Samstag, 21 Uhr) versprechen Hochspannung.

Unsere Buchmacher haben auf die jeweilige Teamperformance in der Gruppenphase reagiert und die Quoten auf den EM-Titel angepasst.

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