Titel “Spreu des Jahres” für den 1. FC Köln

Die Bundesliga in ihrer entscheidenden Phase

Poldi und Reus

In Reaktion auf Dortmunds Fortsetzung seiner aberwitzigen Serie im Derby gegen den FC Schalke 04 hissten Jupp Heynckes und Co die Weiße Flagge in Form eines Downgrades der Startaufstellung. Rotiert und demotiviert war für die Bayern durchaus noch ein Dreier drin gegen den FSV Mainz 05, aber wer hätte das auch gewollt? So darf die ganze Konzentration Real Madrid und der Champions League gelten.

Die hat nach vier äußerst spreuigen Wochen auch Borussia Mönchengladbach wieder fest auf dem Zettel. Im anderen großen Derby des Wochenendes hat sich Lucien Favres Borussia wieder gefangen. Die Champions-League-Qualifikation (mindestens) ist unter Dach und Fach, die Freunde vom 1. FC Köln in der Relegation (mindestens): Das freut den Niederrheiner.

Kategorie „Weizen“ ist sicherlich auch der VfB Stuttgart, der dank sieben Siegen aus den letzten neun Spielen die Europa League gebucht haben dürfte. Dieser inzwischen VfB-eigenen, absurden Rückrundenstärke werden wir aber einen eigenen Beitrag widmen (folgt zeitnah).

Mehr als eine Rückrunde nur mit der zweiten Mannschaft zu spielen, reicht dann aber wohl nicht für den Europapokal. Das ist Ergebnis des unfreiwilligen Experiments, das man zähneknirschend bei Werder Bremen durchgeführt hat. War an der Weser gefühlt alles verletzt, was sich dort jemals Stammspieler nennen durfte, halten sich die Vorwürfe jedoch in Grenzen.

Vorwürfe ganz anderer Art möchte man der TSG Hoffenheim machen. Am Gesundheitszustand und dem Potential seiner Spieler sind die Europapokal-Ambitionen der Kraichgauer jedenfalls nicht gescheitert. Noch am Sonntagabend hätte die Elf mit einem Sieg gegen den SC Freiburg darüber hinwegtäuschen können, dass die Saison doch nicht ganz so verkorkst war, verzichtete aber großzügig. Gut, in den letzten Wochen gegen den formidablen SC Freiburg des Christian Streich zu spielen, ist kein Geschenk. Sieben Punkte Vorsprung auf Rang 16 erarbeitete sich der kernige Coach mit seinem Team – eindeutig Kategorie “Weizen”.

Hertha BSC liegt hingegen irgendwo dazwischen. Liga zwei nach Belieben zu dominieren, entfachte ungeahnte Euphorie und hochfliegende Zukunftsaussichten in der Hauptstadt. Doch spätestens die Posse um den dann entlassenen Coach Markus Babbel hat diese wieder jäh geerdet. Die Hertha steht nicht ohne Grund und eigenes Zutun da, wo sie steht. Und einzig die sympathisch daher kommende Verpflichtung Otto Rehhagels reicht da wohl auch nicht aus, den Herthanern den verdienten Abstieg abzusprechen.

Doch so mager die Bilanz der Berliner unter Rehhagel auch ist, die Alte Dame bot zuletzt mehrmals großes und vor allem ansehnliches Drama. Den VfL Wolfsburg hätte man mit sechs Toren locker aus dem Olympiastadion schießen können. Weil Ramos, Lasogga und Konsorten aber vor dem Tor und der Rest der Mannschaft in der Abwehrarbeit  kläglich versagten, verlor man sang- und klanglos mit 1:4.

Ähnliche Tragik am vergangenen Wochenende. In Unterzahl dreht Berlin gegen Bayer Leverkusen (eindeutig Spreu!) einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung, pariert dazu noch einen Elfmeter, um kurz vor Schluss dann doch den so wichtigen Sieg hergeben zu müssen.

Doch auch dieses Unentschieden lässt hoffen, beträgt der Rückstand auf den 1. FC Köln nur noch einen Punkt. Dort bewirbt man sich seit Wochen behaarlich auf den Abstieg und eine inoffizielle Auszeichnung: Der Titel “Spreu des Jahres” würde wohl ans Geißbockheim geschickt.

Bild: Imago

 

 

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