Trainer beim FC Barcelona: der schönste, schwerste Job der Welt

Guardiola verlässt Barca und hinterlässt eine Bürde

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Mit seiner Amtsübernahme beim FC Barcelona bescherte Pep Guardiola dem Fußball Superlative in Serie. Vor Superlativen strotzt entsprechend auch die Stellenausschreibung auf seine Nachfolge. Trainer in Barcelona, Trainer dieser Mannschaft – das ist der schönste, aber sicherlich auch der schwerste Job im Business. Denn die beste Mannschaft der Welt sollte möglichst auch die erfolgreichste sein. Das ist sie seit dieser Woche nicht mehr.

Wenn es – wie für gewöhnlich – gut läuft bei den Katalanen, dann läuft auch der Ball, dann läuft der Gegner, und Lionel Messi schießt drei Tore. Dann sieht es so aus, als brauche die Mannschaft keinen Trainer. Man gebe den Kleinen einen Ball und lasse sie spielen. So sah auch Guardiolas letztes Spiel vor seiner Rücktrittsankündigung aus. Seine Jungs pflückten den FC Chelsea auseinander und hatten Chancen für drei Halbfinals. Allein sie trafen Pfosten, Latte oder Petr Cech. Für das Ausscheiden aus der Champions League Guardiola verantwortlich zu machen, wäre da wohl vermessen.

Aber die aktuelle Spielzeit in La Liga zeichnet auch ein anderes Bild. Wenn ein Konkurrent wie Real Madrid durchweg dreifach punktet, muss auch die schönste, schnellste, schlaueste Mannschaft der Welt ebenfalls konsequent Ergebnisse erzwingen. Wie gegen Chelsea gelang das auch in der Liga nicht immer – bis zum 35. Spieltag neunmal nicht.

Nun hat man als neuer Coach in Barcelona alle Mittel: einen fantastischen Kader mit Leistungsträgern, die – mit Ausnahme von Puyol vielleicht – alle noch im besten Alter sind. Eine existente wie unumstößliche Spielphilosophie, eine Jugend-Akademie, die am laufenden Band vielversprechenden Nachwuchs zu Tage bugsiert. Geld, um auch einmal Zlatan Ibrahimovic für 70 Millionen ein- und für 6 Millionen wieder zu verkaufen, einfach alles.

Aber man hat halt eben auch eine Bürde. Akzeptiert werden nach Guardiola wohl nicht weniger als der atemberaubendste Fußball und Titel am Fließband.

Dass der FC Barcelona unter einem neuen Coach sein fabulöses Spiel der letzten Jahre nahtlos fortführt, ist kaum zu erwarten. Dass Messi, Iniesta, Xavi und Konsorten auf längere Zeit nicht mit Pokalen überhäuft werden, erscheint guten Gewissens nicht hinnehmbar. Fast wünscht man sich, diese Ära möge komplett zu Ende gehen, den Transfer der großen Namen und den Aufbau eines neuen FC Barcelonas.

Guardiola mit seinen Musterschülern Messi und Iniesta

Bild: imago

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