Schluss mit der Feiermentalität

Roy Keane erklärt Merkels Krisen-Politik

Merkel thinks we´re at work.

Die Kanzlerin reist heute nach Griechenland. Ein eher unentspannter Ausflug für Merkel. Ihre Gesprächspartner haben in Sachen Krisenbewältigung wenig Lust auf Zugeständnisse, die griechische Bevölkerung hat noch weniger Lust auf Merkel selbst. Das zeigen die Griechen gern mit Bildern, die sonst der englische Boulevard vor Länderspielen gegen Deutschland hartnäckig bemüht.

Auch am anderen Ende Europas, in Irland, wäre Angie wohl nicht der Gast, den man sich am ehesten zum Sonntagsbrunch zu Besuch wünscht. Aber immerhin haben die Iren – zumindest bei der EM – eine etwas humorvollerer Art ihrer Abneigung gegenüber der deutschen Regierungschefin gezeigt.

Zwar nicht bei der Arbeit, aber relativ schnell wieder Zuhause. Irische Fans bei der EM.

Irland ist Ziel der deutschen Nationalmannschaft. Diese Dienstreise dürfte sich wohl etwas angenehmer gestalten als die von Merkel. Denn die Iren überzeugten bei der EM vor allem als gute Verlierer. So gut, dass Irlands legendärem Schlachtschiff Roy Keane noch während des Turniers der Kragen platzte.

Die Jungs von Giovanni Trapattoni verabschiedeten sich mit drei Pleiten und 1:9 Toren aus dem Turnier, während die Fans mit andauernden Gesängen viele Sympathien ernteten. Nur Keane fand es nicht so spaßig. Seine Reaktion: Ich habe diese Feier-Mentalität satt. Das muss sich ändern.” Und damit fasst er ziemlich genau das zusammen, was Merkel aktuell Europas Krisen-Staaten predigt.

Westermanns Nachnominierung doch nicht so beunruhigend?

In die WM-Quali-Runde sind die Iren zwar holprig aber dennoch erfolgreich gestartet. Einen 0:1-Rückstand gegen Kasachstan drehten Robbie (!) Keane und Kevin Doyle erst in den Schlusssekunden. Entsprechend sprach aus Bastian Schweinsteiger bei der jüngsten PK die obligatorischen Warnungen vor dem “nicht einfachen” Gegner aus.

Doch “Trap” muss nicht nur den Rücktritt seiner alternden Koryphäen Damien Duff und Shay Given verarbeiten, sondern auch noch eine ganze Reihe verletzungsbedingter Ausfälle. Wir dürfen also davon ausgehen, dass die an sich beunruhigende Nachricht von Heiko Westermanns Nachnominierung dann doch nicht so schwer wiegen sollte und Deutschland auf der Insel nicht unter die Räder kommt.

Am Dienstag darauf wartet beim Heimspiel gegen Schweden mit Zlatan Ibrahimovic jedoch ein Mann, der ganz alleine mehr Durchschlagskraft besitzt als die komplette irische Elf zusammen. Am Wochenende unterstrich er das nochmals mit zwei respektablen Toren gegen Marseille. Mertesacker, Badstuber, Höwedes und Boateng dürfen also in Dublin gerne unfallfrei bleiben. Von dort geht es dann zum Match gegen die Schweden nach Berlin. Und dann hat auch Angie endlich wieder ein Heimspiel.

Update: Wer übrigens einen fundierten wie umfassenden Einblick in den Fußball auf der Grünen Insel erhalten möchte, schaut sich diesen bemerkenswerten Blog an.

Bild: imago

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Login with Facebook:
Anmelden