Neue Spieler, neues Glück?

Für die Aufsteiger gilt aktuell: je mehr Neue, desto besser

Malezas Azemi

Vor einigen Wochen habe ich hier mit mir selbst diskutiert, ob ein Abstecher in die 2. Liga unbedingt so schlecht sein muss. Anschauungsmaterial war Eintracht Frankfurt. Jetzt, nach sechs absolvierten Spieltagen, lässt sich bilanzieren: Der Eintracht hat der Zwangsausflug ins Unterhaus doch ganz gut getan.

Neuzugänge unter sich: Düsseldorfs Stelios Malezas gegen Fürths Ilir Azemi.

Gleich zweimal wurde der Kader kräftig umgekrempelt – nach dem Abstieg und nach dem neuerlichen Aufstieg. Manager Bruno Hübner und Coach Armin Veh haben jeweils ein ganz anständiges Gespür für die Situation bewiesen. Dass die Eintracht dennoch im oberen Tabellendrittel durchs Ziel gehen wird, ist – trotz aller ermutigender Statistik – nicht unbedingt zu erwarten.

Dass sie, wie vor zwei Jahren, doch noch nach ganz unten durchgereicht wird, allerdings auch nicht. Spätestens der Auftritt beim 3:3 gegen Dortmund hat gezeigt, dass der starke Saisonstart kein reines Zufallsprodukt oder einer Tagesform geschuldet ist.

In ihrem Fall haben die Hessen das Beste aus dem unplanmäßigen Abstieg gemacht. Die Euphorie rund um den Stadtwald ist groß wie nie und schmälert so zumindest etwas die finanziellen Einbußen, die die Eintracht durch den Abstieg zu verschmerzen hat, wie die Frankfurter Rundschau heute schreibt.

Neben Frankfurt sorgt mit der Fortuna noch ein zweiter Aufsteiger für Furore, der jedoch einen ganz anderen Werdegang hingelegt hat und nach 15 Jahren erstmals wieder bei den Großen mitspielen darf. Was beide eint: Zur neuen Saison gab´s eine ganze Menge frischer Spieler für den Kader. 17 am Main, 19 am Rhein.  Das Herzstück bilden in beiden Teams jedoch etablierte Stammkräfte: Anderson, Schwegler, Rode, Meier und Jung in Frankfurt. Langeneke, Bodzek, Lambertz, Fink, van den Bergh und Levels in Düsseldorf.

Neuzugänge prägen entscheidend den Spielstil ihrer Mannschaft

Der jeweils markante Spielstil der Mannschaften wird aber erst durch die Neuzugänge entschieden geprägt. In Frankfurt sind es die sehr offensivstarken Außenbahnen (Inui, Oczikpa links / Aigner und der nicht neue Jung rechts), die für glänzende Augen sorgen. In Düsseldorf sind es Innenverteidiger Malezas und Keeper Giefer, die aus der Fortuna ein unerwartet standfestes Bollwerk machen. Dass Neuzugang Dani Schahin zudem vier der sechs Tore geschossen hat, soll nicht verschwiegen werden.

Dem dritten Aufsteiger im Bunde, der Spielvereinigung Greuther Fürth, ist eine ähnliche Euphorie, wie sie Düsseldorf und Frankfurt gerade erleben, verwehrt. Die Franken stehen seit dem ersten Spieltag tief im Tabellenkeller. Das überrascht in Fürth selbst die Allerwenigsten, muss dann aber doch beleuchtet werden.

Der durchwachsene Start darf dem durchaus dem schweren Auftakt geschuldet werden. Bayern, Leverkusen und Schalke musste sich Mike Büskens´ Mannschaft schon geschlagen geben. Allerdings setzte es auch eine Heimpleite gegen Mitaufsteiger Düsseldorf.

13 Neue in Fürth, kaum einer spielt

Auch in Fürth durfte man zu Saisonbeginn 13 neue Gesichter begrüßen. Nur die wenigsten sind jedoch bislang merkliche Verstärkungen. Dreimal spielte das Kleeblatt mit nur einem Neuzugang in der Startelf (zweimal Djiby Fall, einmal Edu), maximal standen drei Neue in der Anfangsaufstellung. In Düsseldorf waren dies bislang durchschnittlich fünf  bis sechs (zählt man den Australier Robbie Kruse dazu, der zuvor überhaupt keine Rolle bei Norbert Meier gespielt hat), in Frankfurt sieben.

Ein wenig fühl ich mich bei Greuther Fürth an die Hertha erinnert, die als souveräner Aufsteiger ebenfalls probiert hat, mit der nahezu identischen Mannschaft die Klasse zu halten. Entschuldigend kommt bei Fürth hinzu, dass die Gelder, wie sie beispielsweise Frankfurt hatte, eben nicht vorhanden waren. Doch auch Düsseldorf hat für die knapp 20 Neuengerade einmal eine runde Million ausgegeben. Vielleicht hätte es da doch etwas mehr des Verhandlungsgeschicks von Edelfan Henry Kissinger bedurft, das ein oder andere Juwel an den Rohnhof zu lotsen.

Für alle drei möchte ich noch keine Prognose über den weiteren Verlauf abgeben. Frankfurt und Fortuna tut die Auffrischung aktuell extrem gut. Auch geben Veh und Meier vor, aus dem ganzen Stall neuer Spieler eine tolle Einheit geformt zu haben. Ob diese Geschlossenheit aber, wenn es darauf ankommt,  letztlich an das Gebilde heranreicht, was sich Fürth in den letzten Jahren aufgebaut hat, wird spannend zu sehen.

 Bild: imago

 

 

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