Bayern gegen Dortmund: So nah und doch so fern

Borussia weist FC Bayern wieder in die Schranken

Robben enttäuscht

Die haben aus ihren limitierten Übertragungsrechten das Beste gemacht und Thomas Helmer samt zweier Sender-Männer und Sport1-Stehpult auf einem Grünstreifen in Sicht- und Hörweite des “Signal Iduna Parks” platziert. Vom sportlichen Geschehen getrennt durch einen Parkplatz, Zäune und Bäume. Aus dieser halbdunklen Tristesse heraus kommentierte das Trio, was es im Pay-TV für den Nicht-Kunden zu sehen gab („Uli Hoeneß´ Kopf ist rot“) und was aus dem Stadion an Geräuschkulisse herüberschwappte.

Obwohl das ausrastende Westfalenstadion nur einen satten Spannstoß entfernt lag, wirkten die drei doch sehr verlassen auf dem nächtlichen Stück Dortmunder Innenstadtbotanik. Und ein bisschen so wie der vom Türsteher abgewiesene Partygast, der auf dem Diskoparkplatz traurig der Musik lauscht.

So kam nach Abpfiff auch Arjen Robben daher. Dabei war er sogar höchstpersönlich zur Party eingeladen worden – gemeinsam vom foulspielenden Roman Weidenfeller und dem willigen Schiedsrichter Knut Kircher. Doch Robben vermasselte eindrucksvoll. Als er auch wenige Minuten nach seinem versiebten Elfmeter die offenstehende Hintertür zuschlug und den Ball aus vier Metern über das leere Tor drosch, wars für ihn und sein Team endgültig gelaufen.

Dabei hatte der FC Bayern doch vor dem Spiel den BVB da, wo er ihn haben wollte: in Schlagdistanz. Dummerweise war es die Borussia, die zuschlug und dem FC Bayern erstmals glaubwürdig versicherte, dass dessen Vize-Meisterschaft kein Ausrutscher war. Der wird Dortmunds Meisterfeier wohl wieder nur aus der Ferne verfolgen. Und wenns sein muss, von einem Grünstreifen in Hörweite.

Bild: Imago