Glaube schießt Tore

Der 1. FC Kaiserslautern ist am Boden – Hoffnung gibts vom Fußball-Filmfestival

Pfälzische Trauer

Am Wochenende ging in Berlin das internationale Fußballfilmfestival „11mm“ zu Ende. Als bester Kurz-Beitrag dekoriert wurde ein herzergreifendes Filmchen über eine Mannschaft spanischer Jungs und Mädchen, die Woche für Woche auf dem staubigen Bolzplatz schlimm auf die Mütze bekommen. Aber die goldigen Kiddies verlieren nicht den Mut, denn sie wissen ja: Solange sie zusammenhalten und den Glauben nicht verlieren, werden sie schon irgendwann gewinnen. Fantastisch. Doch auch hier gilt, wie so oft: Das ist nur süß, solange sie noch klein sind.

Hart erprobt: Lauterer Glaube
Kein schönes Schauspiel, das der FCK derzeit bietet.

Erst einmal ausgewachsen, kann das nämlich ganz schön hässlich sein, wie der 1. FC Kaiserslautern seit Wochen eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch unter Neu-Coach Krassimir Balakov knüpfen die Roten Teufel nämlich nahtlos an die Leistung der Vorwochen an und gehen am Samstag saft- und kraftlos gegen den wackeren SC Freiburg 0:2 baden. Gegen eben jenen SC Freiburg gelang 16 Spiele zuvor, also vor einer kompletten Halbserie, der letzte Saisonsieg.

Am Betze sucht man seit Wochen vergebens nach den dort längst folkloristischen Tugenden, die in den vergangenen Jahrzehnten schon so oft fußballerische Defizite ordentlich kaschierten. Aber spätestens mit Coach Marco Kurz scheinen auch die die Westpfalz verlassen zu haben. Sein Amts-Nachfolger spricht nach seinem ersten Auftritt bereits über einen Neuaufbau in Liga 2 und dürfte sich damit in der Gefolgschaft wenige Freunde machen.

Alle Jahre wieder, wenn der FCK mal wieder in akuter Abstiegsnot steckt, erscheinen in TV und Zeitungen diese Beiträge, in denen Bürgermeister, der örtliche Metzgermeister und der benachbarte Schankwirt die große Verbundenheit der Region zu ihrem Verein beschwören und klagen, wie schlimm ein Abstieg für alle doch wäre. Das nimmt man ihnen gerne ab. Dumm nur, dass das sich derweil die Kicker darin ergehen, einen historischen Negativ-Rekord aufzustellen und pro Spiel nicht mehr als 0,63 Tore zu schießen. So siehts schlecht aus für den Metzger. Für die Kinder im Film endet die Saison derweil mit einem Happy End. Sie machen tatsächlich am letzten Spieltag ihr erstes und einziges Saisontor. Das dürfte für den FCK dann doch ein bisschen wenig sein.

Für das Lauterer Seelenheil und das aller anderen geplagten Fans gibts hier l’equip petit in voller Länge.

Bild: Imago

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