Fußballs erster Superstar

Vor 66 Jahren bescherte Nordirland der Welt den großen George Best

 

George Best im Dribbling

„Maradona good, Pelé better, George Best!” Dieses geflügelte Wort ist in Nordirland bis heute bekannt und erzählt in einer einfachen Kombination aus Komparativ und Superlativ doch eine ganze Einstellung eines Landes zu seinem wohl berühmtesten Sohn. Gut, William Thomson Lord Kelvin, der weltberühmte Physiker, hat ebenfalls in Belfast das Licht der Welt erblickt. Aber machen wir uns nichts vor, wenn sein 124 Jahre später geborener Landsmann Mitte der 1960er bis Anfang der 70er Jahre am Ball war, konnte es einem eh nur so vorkommen, dass die Gesetze der Physik scheinbar nicht für alle Menschen auf diesem Planeten gelten.

In diesen Tagen wäre die legendäre Nummer 7 von Manchester United 66 Jahre alt geworden. Warum ist gerade dieser Geburtstag erwähnenswert? Weil es beim Lebensstil des George Best nur die Schnapszahlen zu feiern gibt.

Schnell und trickreich - einen wie George Best hatten Englands Fußballfans bis dato nicht gekannt.

Als ältestes von vier Kindern 1946 geboren, lernte der Sohn eines Hafenarbeiters und einer Hockeyspielerin in den Arbeitervierteln von Belfast schnell, worauf er sich in seiner fußballerischen Karriere konzentrieren musste: Technik und Tempo. Denn auch er war, wie ein gewisser Lionel Messi heute, ein Leichtgewicht, dem man es nicht zutraute, sich in der rauen Welt des englischen Profifußballs durchzusetzen. Doch kein geringerer als der Legendäre United-Coach Matt Busby lud den „Belfast Boy“  im Alter von 15 Jahren zum Probetraining ein und wurde schlussendlich nicht enttäuscht.

Best war einer der ersten Spieler in England, der durch seine Technik und nicht durch körperliche Robustheit auf dem Platz auffiel, und er öffnete somit den Weltstars von Heute die Türen, um in einer der besten Ligen der Welt zu spielen. Unvergessen seine zwei Tore in den ersten zehn Minuten gegen Benfica Lissabon beim 5:1-Auswärtserfolg von United im Viertelfinal-Rückspiel des Pokals der Landesmeister 1965/66. Hierbei sollte man vielleicht erwähnen, dass Benfica Lissabon Anfang der 1960er Jahre das beste Team Europas war und einen Weltstar namens Eusebio in seinen Reihen hatte. Die englische Presse zeigte Best danach mit einem Sombrero bekleidet auf den Titelseiten der Yellow-Press und gab ihm aufgrund seines Haarschnitts den Spitznamen El Beatle“. 

“Wäre ich hässlich auf die Welt gekommen, hättet ihr nie etwas von Pelé gehört“

Während er fußballerisch wenig in das England der 1960er Jahre passte, passte sein Lebensstil dabei wie die Faust aufs Auge. Er war ein Showman, ein Freund der „Swinging Sixties“, ließ sich in Talkshows blicken oder bei der britischen Musiksendung „Top of the Pops“. Während seine Mitspieler ihr hart verdientes Geld auf die Bank brachten oder in Immobilen anlegten, trieb er sich in Nachtclubs herum, die er dann auch gerne direkt kaufte, oder er legte sein Geld in Modeboutiquen an. Er machte den Weg frei für metrosexuelle Superstars, die auch mal gerne einen über den Durst trinken und denen manchmal das gewisse Gespür für ihr Leben in der Öffentlichkeit fehlt. Er war der erste „Superstar“ des Fußballs. Das wusste er allerdings auch, was ihm ein nicht zu kleines Ego bescherte: “Wäre ich hässlich auf die Welt gekommen, hättet ihr nie etwas von Pelé gehört“, sagte er einst über sich selbst.

Dieser Lebensstil führte dann leider auch bald zum Absturz seiner fußballerischen Glanztage und endete 2005 mit seinem Tod, der auch auf seine früheren Exzesse zurückzuführen war. Er lebte jedoch stets getreu seines längst legendären Mottos: I spent a lot of money on booze, birds and fast cars – the rest I just squandered. “

Happy Birthday, Geordie.

Bild: imago

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