Finale brutale am Osterdeich

Blog-800x600-Stuttgart-Frankfurt

Blog-800x600-Stuttgart-FrankfurtVon den 306 Spielen, die diese ordinäre, spannungstechnisch alles andere als überragende Bundesliga-Saison zu bieten hat, wird keines so entscheidend, so wichtig und höchstwahrscheinlich auch emotional wie Bayern München gegen Hannover 96. Nein, natürlich ist die Rede von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt.

Die Partie im längst ausverkauften Weserstadion erinnert an große Saisonfinals. Insbesondere die Fans der Eintracht dürften sich an das legendäre 5:1 gegen Kaiserslautern am letzten Spieltag im Jahre 1999 erinnern. Ein direktes Duell am Abgrund stieg auch im Mai 1996 zwischen Bayer Leverkusen und dem FCK. Markus Feldhoff traf für die Werkself, die Roten Teufel stiegen ab, Brehme heulte in den Armen vom tröstenden Rudi Völler. Fußball-Dramatik einmal komplett ausgereizt.

Die Ausgangslage vor dem Finale brutale ist klar: Frankfurt reicht bereits ein Unentschieden, um sicher in der Liga zu bleiben. Gewinnt Werder, erwarten wir selbst bei Trainer Viktor Skripnik so etwas wie Jubel. Angesichts seiner lobanowsk’schen Kühlhaus-Mentalität nicht selbstverständlich. Die Bremer hätten die Hessen damit überholt und würden der Folterkammer namens “Relegation” entgehen. Dort lauert bereits seit geraumer Zeit der 1. FC Nürnberg, der den schnellen Wiederaufstieg anstrebt.

Oder funkt der VfB doch noch mal dazwischen? Falls Stuttgart, mit zwei Punkten Rückstand auf Werder und drei Punkten Rückstand auf Frankfurt auf Rang 17 (und damit fast am Boden) liegend, im Parallelspiel beim VfL Wolfsburg gewinnt, wären die Grün-Weißen mit einer Niederlage abgestiegen. Wenn der VfB allerdings zurückliegt, hätte Bremen nichts mehr zu verlieren und könnte auf Angriff umschalten. Vor allem in den letzten 20 Minuten dürfte das eine Rolle spielen.

Wer behält also die so oft betonten Nerven? Die Eintracht hat unter Neu-Trainer Niko Kovac zuletzt überragend gepunktet, holte drei Siege in Folge. Keeper Lukas Hradecky avancierte dabei zur Schlüsselfigur: Wer weiß, ob die Eintracht noch um den Klassenerhalt spielen würde, hätte der Finne im Derby gegen Darmstadt beim Stande von 0:1 nicht Sandro Wagners Elfmeter pariert. Die SGE gewann letztlich dieses enorm wichtige Spiel gegen einen direkten Konkurrenten.

Und Werder? Spielt in der Rückrunde einen deutlich besseren Stiefel als noch in der Hinrunde. Die Pleiten daheim gegen Augsburg (1:2) und in Hamburg (1:2) schmerzen besonders, waren die Bremer in jenen Duellen gegen die direkte Konkurrenz doch ebenbürtig. Die schwache Heimspielbilanz (nur ein Sieg in der Hinrunde) wurde seit Januar nur bedingt aufgehübscht. Immerhin: Zuletzt zerlegten Pizarro und Co. mehr als eindrucksvoll den VfB Stuttgart mit 6:2.

Entscheidender Vorteil für die Skripnik-Elf könnte tatsächlich die bereits gegen Wolfsburg und Stuttgart medial viel beachtete “#greenwhitewonderwall” werden. Unter diesem Hashtag rief der Werder-Fanclub “Twerder” zur absoluten Geschlossenheit des Bremer Anhangs auf. Dies zeigte sich insbesondere bei der Deklassierung des VfB, als selbst in kritischen Phasen des Spiels die Stimmung von den Rängen nicht abbrach. Aufgrund des Montagsspiel-Termins waren nur 500 Stuttgarter Fans angereist. Die Frankfurter werden dagegen stimmgewaltig mit mindestens 4000 Fans im Weserstadion aufdribbeln.

Mit grün-weißer Wunderwand oder ohne, mit Alex Meier auf der Bank oder dem Platz – eine Prognose für Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt fällt so leicht wie das Rauchen einer Zigarette ohne Feuer. Alles ist drin!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Login with Facebook:
Anmelden