Magath ist weg: Erst mal tief durchatmen

Der Trainer verliert in Wolfsburg seinen wohl letzten Zufluchtsort

Magath winkt

Lange Jahre seiner Karriere galt der Trainer Felix Magath als Heilsbringer: als Titanic-Retter bei der Eintracht, als Dompteur der Stuttgarter „Jungen Wilden“, als doppelter Double-Sieger beim FCB, als sensationeller Meister-Macher beim VfL Wolfsburg. Seine Methoden und auch er selbst galten zwar immer schon als etwas eigen, „Quälix“ wurde aber wegen seiner Erfolge stets respektiert.

Tschö, Felix!

Auch nach Schalke kam Magath mit der durchaus berechtigten Hoffnung im Gepäck, den Verein endlich wieder zum Meistertitel führen zu können. Für den ganz großen Wurf reichte es nicht, dafür standen aber unter anderem ein Champions-League-Halbfinale und starke Transfers auf der Habenseite.

Doch letztlich hinterließ Magath statt guter Erinnerungen reichlich verbrannte Erde,  aufgewiegelte Fans, einen aufgeblähten Kader und aufgebrachte Spieler. Schon damals hatte man sich gefragt, welcher deutsche Club sich diesen Felix Magath noch antun würde.

Wie ein alternder Künstler, der Realitätssinn gegen Exzentrik eintauscht

Diesen „späten“ Magath, der nur noch durch eine äußerst fragwürdige Transferpolitik, vereinspolitische Alleingänge und nicht vorhandenes Gespür für die Fan- und Spielerseele Schlagzeilen machte. Magaths Entscheidungen wurden immer weniger nachvollziehbar. Er wirkte wie ein alternder Künstler, der Realitätssinn zunehmend gegen Exzentrik eintauscht.

Das technokratische Wolfsburg schien der letzte Rückzugsort für Magath. Aber selbst da, wo Konzern-Millionen Vieles möglich machen und noch mehr entschuldigen, war das magath´sche Gebaren den Verantwortlichen jetzt doch zu viel des Guten.

Ich hoffe, ich kann das Zitat nachliefern, aber Magath hatte unlängst mal gesagt, in seinem Alter, bei seinen Erfolgen, könne er ausprobieren, wozu er Lust habe. Das hat er getan. Ohne Zweifel. Doch es steht für ihn zu befürchten, dass er die Gelegenheit in der Bundesliga nicht mehr bekommen wird.

Für ihn tut es mir leid. Deshalb, weil er sich in den letzten drei, vier Jahren die große Bühne eingerissen hat, die er sich zum Abschied eigentlich verdient hätte. Wie schon in München und auf Schalke werden auch in der VW-Stadt viele aufatmen, dass Magath seinen Schreibtisch räumt. Aber wenn sich die Emotionen gelegt haben, wird man auch da erkennen, dass Magath ein Großer war. Jedenfalls oft.

Bild: imago

 

Ein Kommentar zu “Magath ist weg: Erst mal tief durchatmen

  1. wohin zum teufel mit dem ganzen tee, mit dem der vfb.. äh vfl felix tonnenweise entlohnte?

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