Eigentor-Gesicht

Wetklos Pfosten-Kracher als großes Ohren-Kino

Wetklo rammt den Pfosten

Ein Fußball im Gesicht ist immer so eine Sache. Für einen selbst ist´s meistens doof, für alle anderen ganz gute Unterhaltung. Bayerns Jerome Boateng weiß davon ein ganz besonders lautes Lied zu singen, seit er unlängst gegen Leverkusen per Gesichts-Eigentor die erste Liga-Pleite einläutete.

Da wars passiert: Im Mainzer Tor klingelts, in Wetklos Kopf wohl auch.

Aber ein Ball auf die Nase ist wohl ebenso Berufsrisiko eines jeden Profikickers, wie es sich für Keeper gehört, mal ungewollte Bekanntschaft mit einem Torpfosten zu machen. Jüngstes Opfer ist Mainz´ Christian Wetklo, der an einer der kuriosesten Szenen des vergangenen Wochenendes nicht ganz unbeteiligt war: Aaron Hunts Freistoßtor. Nicht, weil der Freistoß sonderlich überragend war. Er war gut, ja. Aber von Werder kennt man ja auch noch die Meisterwerke der Künstler Micoud, Diego oder Özil.

Bemerkenswerter war die Torhüterleistung von Wetklo. Ein Mann, immer hart gegen andere aber auch sich selbst, bestrafte sich für seine unterdurchschnittliche Abwehrleistung bei dem durchaus haltbaren Treffer ungewollt mit einem satten Facepalm an den Pfosten.

Während also das Werder-Nebelhorn zum Siegtreffer blies und der Bremer Anhang den Sieg feierte, wälzte sich Wetklo am Boden, geplagt von Pein und Schmerzen. Eine Szene, die Blogger benditlikebender dazu inspirierte, sie als Hörspiel zu vertonen.

Das Ergebnis ist ein anderes, als man vielleicht vermutet, wenn man die Bilder vor Augen hat. Keine Slapstick-Melody, keine Tut-und-Boing-Geräusche wie sie Deutschlands lustigste Heimvideos untermalen. Stattdessen verleihen Surf-Geschrammel und eine warme wie bildreiche Erzählerstimme dem tragisch-komischen Moment die atmosphärische Dichte einer Tarantino-Groteske.

Wetklo selbst düfte dieses kleine Kunstwerk wohl kaum wieder aufmuntern, den Wetklo-geplagten Sky-Mann Martin Quast aber vielleicht umso mehr.

Bild: imago

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