Sommerpause: Die Leiden des jungen Norbert

Die Tücken des Transfermarktes

Norbert Gyömber

Ach Transfermarkt, was wäre die Sommerpause ohne dich? Wo Hoffnung, Vorfreude und panische Angst ausgewogen die Gemütslage bestimmen. Hoffnung auf den lange vermissten Knipser. Vorfreude auf das vielversprechende Talent, das deinen Club auf Jahre nach oben schießt. Oder eben diese Angst. Angst, dass dein bester Mann doch nach Wolfsburg geht. Oder dass dein Verein das bisschen Geld, das er noch hat, für einen überbezahlten wie abgehalfterten Brasilianer mit klangvollem Namen verpulvert. Irgendwas mit Alves oder Santos, da Silva oder -inho. Aber deren Zeit scheint in der Bundesliga ohnehin gerade abzulaufen, wie spielerwahl.de feststellt.

Norbert Gyömber.

Aber zurück zu den Namen. Namen geben der Gerüchteküche die besondere Würze oder machen sie äußerst fad. Ein wunderbares Beispiel steuert Eintracht Frankfurt bei. Seit Wochen werden da händeringend Innenverteidiger gesucht und entsprechend viele Namen in den Ring geworfen. Zu Beginn der Woche pries Jürgen Klinsmann höchstpersönlich der Eintracht Carlos Bocanegra von den Glasgow Rangers an. Dass der Mann 33 ist und jenseits seines Zenits, muss nicht erwähnt werden. Aber dieser Name, dieser Klang. Und dann sieht er auch noch genauso aus. Der Mann hat einen unbestrittenen Vorteil, wenn Fans im Forum über Für und Wider des gehandelten Neuen diskutieren. Wenn Meinungen gebildet werden aus den Eckdaten bei transfermarkt.de, youtube-Clips und den Insider-Infos eines Freundes dessen Bruder Arbeitskollege eines eingefleischten Szenekenners ist, kann ein klangvoller Name weiterhelfen. Ein Name wie Carlos Bocanegra.

Mit ganz anderen Voraussetzungen hat da ein Mann zu kämpfen, der das Pech hatte, unmittelbar nach Carlos Bocanegra die hessische Gerüchteküche zu betreten: Norbert Gyömber. Norbert Gyömber von Dukla Banska Bystrica. Der arme Norbert. Hoffnungsfrohes Talent, slowakischer U21-Nationalspieler mit dem einzig bekannten Makel, dass er bei Felix Magath schon mal beim Probetraining durchgefallen ist. Und er heißt halt Norbert, Norbert Gyömber. Kein Name, dem man die goldene Zukunft seines Vereins anvertrauen möchte, “Norbert Gyömber Fußballgott”.  Das weckt Zweifel.

Aber man darf beruhigen, in Frankfurt klammert man sich scheinbar nicht an Oberflächlichkeiten: Jedenfalls hat der namens-privilegierte Bocanegra kein Angebot bekommen. Unser Norbert jedoch ebenso wenig. Aber er wird seinen Weg gehen. Wir wünschen es ihm.

Vielleicht finden wir Norbert dann bald auf einer dieser Listen wieder. Denn auf dem tückischen Basar Transfermarkt können Vereine auch ganz schnell Fehler begehen, die ihnen lange unter die Nase gerieben werden. Wie zum Beispiel bei aktives-abseits.de. Da ist wunderbar nachzulesen, warum einst der junge Ronaldo nicht in Stuttgart und Pato nicht bei Hertha BSC gelandet sind. Ein eindrucksvolles Arsene-Wenger-Special hat das englische Online-Magazin „who ate all the pies“ zusammengestellt. Genüsslich listen die Autoren die Transfers auf, die dem Großmeister durch die Lappen gegangen sind: Eto´o, Drogba, Cristiano Ronaldo, Ibrahimovic… Vielleicht bald auch Gyömber.

Bild: imago

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