Der Sanobub der Bundesliga

Marktforscher haben das Image der Erstliga-Clubs unter die Lupe genommen

Brandfeel-Index

Wie misst man die Popularität eines Fußballvereins? Aufschluss geben da Zuschauertabelle, die Anzahl von Fanclubs und ihren Mitgliedern, Einschaltquoten, Sponsoreneinahmen etc. Alles halbwegs nachvollziehbare und anschauliche Fakten. Es geht aber auch anders. Zum Beispiel indem ein Marktforschungsinstitut durchs Land zieht, Menschen nach ihrer Meinung fragt, diese auswertet und daraus ein Ranking bastelt.

Der Tabellenkeller. Die Rote Laterne im Brandfeel-Index hängt in Frankfurt.

Die Online-Marktforscher von mafo.de machen das regelmäßig. Dann werden Passanten zu Automarken, Airlines, Eissorten, Cola-Getränken oder Waschmitteln befragt und eben auch nach Fußball-Bundesligisten. Sie sollen Antworten geben zu Markenstärke, Image und Positionierung, herauskommt dann der Brandfeel-Index,

Wenig überraschend fühlt sich für die Menschen die Marke Borussia Dortmund am besten an. Der Deutsche Meister liegt damit auf Augenhöhe mit Persil-Waschpulver, Nivea-Sonnencreme oder Bratwürstchen von Meica. Klopp, Reus, Götze und Konsorten haben Werder Bremen, das nun Dritter ist, als Everybody´s Darling abgelöst. Ist halt sportlich auch nicht mehr so erfolgreich, Werder. Und Tim Wiese ist weg. Und der drollige Marin.

Auf Platz zwei (jeder Witz wird sich verkniffen) rangiert Bayern München, das sonst landläufig als populärster Club der Republik gilt. Aber wahrscheinlich hatten die Interviewer auch diese unvermeidbare weil nicht kleine Spezies vor dem Notizblock, die sich immer so diebisch über Niederlagen der Roten freut.

Viele dieser Menschen gehörten auch zu jenen, die es so toll fanden, wie Dorfclub Hoffenheim vor ein paar Jahren als Aufsteiger durch die Liga gewuselt ist und den „großen Clubs“ mal gezeigt hat, was unbegrenztes Budget anrichten kann. Anscheinend sind auch noch ein paar von eben Jenen übrig geblieben, denn der Hopp-Club ist im Brandfeel-Ranking nicht letzter.

Nicht, dass ich das vermutet hätte. Aber es gibt zwei Clubs, die noch mieser abschneiden. Das sind der VfL Wolfsburg und ein Team, dass man vielleicht nur bedingt dort erwartet hätte: Eintracht Frankfurt.

Unpopulär zu sein, gehört ja für viele Fan-Gruppierungen zu guten Ton, der Shanty „Keiner mag uns, scheißegal“ für viele Kurven zum Standardrepertoire. Da bilden die hessischen Anhänger und Möchtegern-Randalemeister sicherlich keine Ausnahme. Der SGE wird jedoch nachgesagt, „wenig einzigartig“ zu sein. Das dürfte im Umfeld der altehrwürdigen Eintracht zumindest für Stirnrunzeln sorgen. Zumal es Clubs wie Borussia Mönchengladbach oder der HSV für ihre „Besonderheit“ und „Tradition“ ins obere Tabellendrittel des Rankings geschafft haben.

Die Eintracht ist damit der Hyundai der Liga, die Gubor-Schokolade und das Sanobub-Eis. Aber auch der Sanobub hat bestimmt seine treuen Anhänger. Und von denen hat die Eintracht wahrscheinlich immer noch mehr als Wolfsburg und Hoffenheim zusammen.

Quelle/Bild: mafo.de

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