Alles klar in Liga 2?

Eintracht gegen Hertha

Zwei Wochen nach der Bundesliga nimmt auch Liga zwei wieder den Betrieb auf. Wir gucken, was sich in der Winterpause getan hat und wagen ein paar Prognosen, was die restlichen 15 Spieltage so bringen.

Der Blick auf die Tabelle lässt eine gewisse Langeweile im Aufstiegsrennen befürchten: Sollte nichts ganz Seltsames passieren, dürften Spitzenreiter Eintracht Braunschwieg (44 Punkte) und Hertha BSC Berlin (42) weiter unbeirrt Richtung Oberhaus marschieren. Zu souverän waren die Vorstellungen des Duos, als dass ein größerer Einbruch zu befürchten sei. Berlin verzichtete dementsprechend zur Winterpause ganz auf Neuzugänge, Braunschweig leistete sich mit der Ausleihe von Omar Elabdellaoui (21, Manchester City) eine Alternative für das rechte Mittelfeld.

Kopf an Kopf hoch in die Bundesliga heißt es wohl für Eintracht Braunschweig und Hertha BSC.

Kopf an Kopf hoch in die Bundesliga heißt es wohl für Eintracht Braunschweig und Hertha BSC.

12 bzw. 14 Punkte haben die Eintracht und die Hertha Vorsprung auf den Relegationsplatz. Den hat aktuell der 1. FC Kaiserslautern inne. In der Pfalz wurde nach dem neuerlichen Abstieg der Kader einmal auf links gedreht. Dennoch gelang unter Coach Franco Foda ebenfalls eine beachtliche Hinserie. Ganz anscheinend gibt man sich am Betze aber mit dem Relegationsplatz nicht zufrieden. Die Roten Teufel haben die Winterpause genutzt, um noch einmal ganz kräftig an der Kaderqualität zu schrauben: Benjamin Köhler (LM, Eintracht Frankfurt), Chris Löwe (LV, Borussia Dortmund), Christopher Drazan (LM, Rapid Wien), Mitchell Weiser (RA, Bayern München) und Markus Karl (ZDM, Union Berlin) werden das Team unmittelbar verstärken. Bis zuletzt war noch eine Rückkehr von Erwin Hoffer an den Betze ein heißes Thema, ein zusätzlicher Gewinn wäre der schnelle Österreicher allemal.

Nur sechs Punkte von Platz drei bis Platz zehn

So aufgestellt könnte die Foda-Truppe einen Angriff auf die Plätze eins und zwei starten, muss aber auf derbe Patzer der Kontrahenten hoffen. Eigene Patzer sind für die Teufel tabu, denn hinter Rang drei wird’s wild in der Liga: Bis zu Platz zehn trennen den FCK nur sechs Zähler.

Dort steht der 1. FC Köln. Der FC ist mit ein bisschen Wohlwollen vielleicht sogar als schärfster Verfolger des Trios einzuschätzen. Nach desaströsem Start hat sich die Stanislawski-Elf berappelt, ohne sich jedoch wirklich zu stabilisieren. Jedenfalls hielt in Köln eine neue, eine positive Stimmung Einzug. „Altlasten“ wie Milivoje Novakovic und Chong Tese sind „entsorgt“, mit Stefan Maierhofer erhält der vor der Winterpause ganz starke Anthony Ujah einen sehr respektablen Sturmpartner.

Gespannt sein darf man, was im Komödienstadl 1860 München noch so passiert: Der große Sven-Göran Eriksson wurde als neuer Trainer präsentiert, nur gekommen ist er dann nicht. Stattdessen „tröstete“ man sich mit den beiden Angreifern Ola Kamara aus Norwegen und Rob Friend von Eintracht Frankfurt. Die Löwen versprechen weiterhin netten Fußball, für ganz oben reicht „nett“ aber nicht.

Baris Özbek in Berlin – Ein torgefährlicher Japaner in Aalen

Ähnlich wird’s wohl in der Lausitz bei Energie Cottbus aussehen. Die Bommer-Truppe überraschte mit guten spielerischen Ansätzen und hat das ohnehin passable Sturmduo Boubacar Sanogo/Marco Stiepermann durch Unions früheren Angreifer John Jairo Mosquera verstärkt.

Geheimfavorit FC Ingolstadt brach nach ganz starkem Saisonstart etwas ein, liegt aber ebenfalls noch in Lauerstellung, ohne den prominent besetzten Kader nochmals zu verstärken. Gleich zum Rückrundenauftakt haben die „Schanzer“ ein wegweisendes Spiel gegen den einen Punkt und einen Tabellenplatz besseren FSV Frankfurt – langjähriges Team von FCI-Coach Tomas Oral. Dort reagierte man auf die Verletzung von Mittelstürmer Edmond Kapllani mit der Verpflichtung von Wolfsburgs Rasmus Jönsson, der in bislang acht Einsätzen 80 Minuten für die Wölfe absolvierte, ohne dabei weiter aufzufallen.

Punkt- und torgleich mit dem FSV ist Union Berlin. Die Köpenicker müssen – wie oben erwähnt – den Abgang von Leistungsträger Markus Karl verkraften, haben aber namhaften Ersatz gefunden: Von Trabzonspor kommt der frühere deutsche Juniorennationalspieler Baris Özbek. Ob der 26-Jährige unter seinem früheren Trainer Uwe Neuhaus nochmals zu alter Form findet, wird eine der spannendsten Fragen der Zweitliga-Rückrunde.

Überraschungsaufsteiger VfR Aalen komplettiert das Verfolgerfeld. Dank der zweitbesten Abwehr der Liga hält sich das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl mit 28 Punkten in unmittelbarer Schlagdistanz zum Relegationsplatz. Woran es dem VfR bislang mangelte, waren eigene Tore. Die soll der in seiner Heimat sehr treffsichere Japaner Takuma Abe besorgen.

Fazit: Alle Verfolger haben guten Grund, mit großem Selbstvertrauen in die Rückrunde zu starten. Sollte jedoch irgendeines der Teams auf den Plätzen vier bis zehn noch ernsthaft ins Aufstiegsrennen eingreifen können, wäre das eine große Überraschung. Auch der 1. FC Kaiserslautern wird – bei zwölf Punkten Rückstand – den direkten Aufstieg nicht schaffen. Dafür aber sehr gut aufgestellt in die Relegation gehen.

Bild: imago

 

 

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